Vortrag am 5.10.2016 im Institut über die Gründung der Deutschen Weinstraße

Christof Krieger aus Traben-Trarbach referiert über die Deutsche Weinstraße

„Die Gründung der Deutschen Weinstraße 1935 – Bürckels größte Niederlage im Kampf gegen die Winzernot?“, so lautet der Titel des Vortrags von Christof Krieger, den er am 5.10.2016 um 19 Uhr im Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde präsentiert.

Dass sich der Pfälzer Gauleiter Joseph Bürckel und sein Koblenzer Nachbar Gustav Simon nicht gerade „grün“ waren, ist weithin bekannt. Weniger bekannt ist hingegen, dass die beiden Rivalen auch auf dem Feld der „Weinpropaganda“ einen beharrlichen Konkurrenzkampf austrugen. Als der Reichsnährstand im Herbst 1935 ein reichsweites „Fest der deutschen Traube und des Weines“ ausrief, hoffte Bürckel mit der Schaffung seiner „Deutschen Weinstraße“ einen besonderen Werbecoup zu landen, während Simon auf die bereits zuvor in seinem Gau etablierte Idee sogenannter „Weinpatenschaften“ setzte. „Dieser Wettstreit endete dieses Mal zunächst allerdings mit einem eindeutigen Punktsieg Simons“, so der Historiker Christof Krieger: „Während man anlässlich der Weinstraßeneröffnung im Oktober 1935 in der Pfalz vor allem markige Reden hielt, rollten zeitgleich Hunderte von Eisenbahnwaggons und Lastwagen mit Mosel-, Rhein- und Ahrweinen ins übrige Reich!“ – Krieger, Leiter des Mittelmosel-Museums in Traben-Trarbach, beschäftigte sich in seiner Doktorarbeit an der Universität Trier mit der nationalsozialistischen Weinpropaganda und gibt anhand zumeist unveröffentlichter Quellen neue überraschende Einblicke insbesondere auch in die Entstehungsgeschichte der „Deutschen Weinstraße“.