Vortrag am 2.5.2018 über pfälzische Grabsteine

„Pfälzische Grabsteine im ‚langen‘ 19. Jahrhundert“ lautet der Vortrag am Mittwoch, 2. Mai, um 19 Uhr im Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde in Kaiserslautern, Benzinoring 6 (Eintritt frei). Grabsteine gehören zu den interessantesten handwerklichen Objekten der historischen Archäologie. Sie sind nicht nur häufig einfach und öffentlich zugänglich, sondern erlauben auch interessante Einblicke in sozio-kulturelle Veränderungen früherer und heutiger Gesellschaften. Dr. Christoph K. Streb von der Universität Luxembourg geht zunächst auf seinen ursprünglichen Forschungsansatz ein, bevor er seine wissenschaftlichen Ergebnisse anhand von Beispielen erläutert. Ein kurzer Einblick in seine aktuelle Forschung erlaubt sodann alternative Erklärungsansätze.

Streb forscht und lehrt zum Thema der Materialität und räumlichen Gestaltung von Sepulkralkultur, insbesondere von Grabsteinen des 19. und 20. Jahrhunderts. Basierend auf dem Ansatz der Seriation, einem Verfahren zur Datierung von Artefakten, hat er versucht, einen ersten Überblick darüber zu gewinnen, welche Grabmäler, vor allem des ‚langen‘ 19. Jahrhunderts, in der Pfalz noch vorhanden sind und welche neuen Informationen aus diesen gewonnen werden können. Von besonderem Interesse sind hierbei die Grabmäler der christlichen Durchschnittsbevölkerung, weniger die der Eliten. Eine erste Übersicht von Grabmälern bestätigt die Befürchtung, dass nur noch sehr wenige Originale am ursprünglichen Aufstellungsort zu finden sind. Die wenigen Beispiele machen aber deutlich, dass die geschichtlichen Großereignisse der Vergangenheit kaum Niederschlag bei der Gestaltung der Grabmäler gefunden haben. Andere Einflussgrößen scheinen bei der Grabmalgestaltung eine größere Rolle zu spielen.