Klosterlandschaft Pfalz

Kloster Rosenthal

Seit dem frühen Mittelalter, vor allem aber von 12. bis zum Beginn des 15. Jahrhunderts galt der Raum der heutigen Pfalz als ein Kernland des Reichs. Dementsprechend ist, wie allgemein bekannt, hier die Anzahl der Städte und Burgen ungeheuer groß. Weniger bekannt ist die Tatsache dass unsere Heimat zu den ausgesprochenen „Klosterlandschaften“ des alten Reiches zählt. Die Zahl dieser regionalen Institutionen beläuft sich auf ca. 150 geistliche Gemeinschaften. Dabei ist zu beachten, dass Klöster und Stifte nicht nur in pfälzischen Städten, sondern auch im ländlichen Raum und darüber hinaus in abgelegenen Tälern und Höhen des Pfälzer Waldes zu finden sind oder waren. Es kann daher mit Recht gesagt werden: in allen pfälzischen Regionen sind/waren Klöster oder Stifte anzutreffen.

Abtei Otterberg
Abtei Otterberg

Als Kloster werden Anlagen bezeichnet, in der Menschen (Mönche oder Nonnen unterschiedlicher Klostergemeinschaften) in einer auf die Ausübung ihrer Religion konzentrierten Lebensweise zusammenleben. Die Klosteranlage besteht in der Regel aus Kult-, Wohn- und Wirtschaftsgebäuden und eventuell noch weiteren Bauwerken. Klöster waren Zentren der Bildung und Kultur. Hier waren die frühesten Institutionen zu finden, die (nicht nur für den eigenen Nachwuchs) grundlegende Kulturtechniken wie Lesen und Schreiben vermittelten. Sie besaßen als handwerkliche und landwirtschaftliche Betriebe Vorbildfunktion und galten vor allem im Mittelalter als wichtigen Entwicklungszentren im heute pfälzischen Raum. Kaiser und Könige hatten dies ebenso wie die zahlreichen kleineren Landesherren damals rasch erkannt und Klostergründungen in oft unterentwickelten Gegenden unterstützt. So verwundert es nicht, dass auch in unserer Heimat die Zisterzienser als bedeutender Kolonisationsorden zu finden sind, die die umfangreiche Waldgebiete rodeten und erschlossen.

Die meisten dieser geistlichen Einrichtungen, die nach der (Neu-)Besiedlung der Pfalz im Zuge der Völkerwanderung bei der Entwicklung des geistigen, kulturellen und wirtschaftlichen Lebens in unserer Heimat eines gewichtige Rolle gespielt haben, wurden nach der Reformation, spätestens aber Ende des 18. oder zu Beginn des 19. Jahrhunderts, aufgelöst und oft zerstört. Andererseits sind aber auch einige Neugründungen (z.B. Hauenstein) aus dem 19. und 20. Jahrhundert zu vermerken.