Albrecht I. von Habsburg

Vor 750 Jahren: Der Sieger der Göllheimer Schlacht, Albrecht I. von Habsburg, wird geboren

Albrecht I. und Adolf von Nassau in der Göllheimer

Vermutlich vor 750 Jahren (um 1255) wurde Albrecht von Habsburg, Sohn König Rudolfs von Habsburg und Gertruds von Hohenberg, geboren. Der Sieger der Schlacht von Göllheim fand 1309 seine letzte Ruhestätte im Dom zu Speyer. Sein genaues Geburtsdatum ist nicht überliefert.

Nachdem Graf Rudolf von Habsburg 1273 zum römisch-deutschen König gekrönt worden war, trat Albrecht seit 1274 als „Erstgeborener“ (primogenitus) oder Sohn des Königs (filius regis) auf der politischen Bühne in Erscheinung. Im selben Jahr heiratete Albrecht die Gräfin Elisabeth von Görz-Tirol. Im Mai 1281 ernannte ihn sein Vater zum Statthalter beziehungsweise Verweser (vicarius generalis) des Königs über Österreich und die Steiermark. Zusammen mit seinem jüngeren Bruder Rudolf wurde er auf dem Augsburger Hoftag Ende 1282 mit den Herzogtümern Österreich und Steiermark belehnt. Durch die Regelungen der Hausordnung von Rheinfelden vom Jahre 1283 wurden jene Herzogtümer von den Stammlanden der Habsburger am Oberrhein getrennt und Albrecht allein übertragen.

Im Gegensatz zu seinem Vater Rudolf besaß Albrecht offenbar nie volkstümliche Popularität. Möglicherweise hing dies mit seiner unvorteilhaften äußeren Erscheinung zusammen, die ein bayerischer Chronist wie folgt beschreibt: „Er was ein gepaurischer man an der persone und het neur ain auge und gar einen unwirdichen anplich.“ Tatsächlich hatte Albrecht im Jahre 1295 ein Auge eingebüßt, als er plötzlich ohne erkennbaren Grund erkrankte und man vermutete, er sei Opfer eines Giftattentats geworden. Die damalige Medizin sah als Therapie vor, den Patienten mit dem Kopf nach unten aufzuhängen, um auf diese Weise das Gift aus dem Körper abfließen zu lassen. Albrecht überlebte diesen rustikalen Heilprozess, büßte aber durch den Blutstau auf einem Auge die Sehkraft ein. Wahrscheinlich als Folge hiervon musste es später entfernt werden. Nach Meinung vieler Zeitgenossen besaß Albrecht neben seinem wenig vorteilhaften Aussehen einen schroffen, unverbindlichen Charakter, der sich zwar durch Energie, Tatkraft und Durchsetzungsvermögen auszeichnete, aber offenbar kaum Freundlichkeit ausstrahlte. Bei der Verfolgung seiner Ziele sagte man Albrecht Habgier, Verschlagenheit und Skrupellosigkeit nach, wobei ihn der steirische Reimchronist – obgleich den Habsburgern nahestehend – als einen Tyrannen apostrophierte. Hingegen wurde Albrecht gerühmt für seine Geduld gegenüber Freund und Feind sowie für seine Gutmütigkeit. Ihm wurde ein hohes Maß an „Keuschheit“ nachgesagt, das in einem ausgeprägten Familiensinn und einem glücklichen Eheleben gegipfelt haben soll. Auf außereheliche Abenteuer habe er verzichtet.

Im Gegensatz zu seinem Vater Rudolf besaß Albrecht offenbar nie volkstümliche Popularität. Möglicherweise hing dies mit seiner unvorteilhaften äußeren Erscheinung zusammen, die ein bayerischer Chronist wie folgt beschreibt: „Er was ein gepaurischer man an der persone und het neur ain auge und gar einen unwirdichen anplich.“ Tatsächlich hatte Albrecht im Jahre 1295 ein Auge eingebüßt, als er plötzlich ohne erkennbaren Grund erkrankte und man vermutete, er sei Opfer eines Giftattentats geworden. Die damalige Medizin sah als Therapie vor, den Patienten mit dem Kopf nach unten aufzuhängen, um auf diese Weise das Gift aus dem Körper abfließen zu lassen. Albrecht überlebte diesen rustikalen Heilprozess, büßte aber durch den Blutstau auf einem Auge die Sehkraft ein. Wahrscheinlich als Folge hiervon musste es später entfernt werden. Nach Meinung vieler Zeitgenossen besaß Albrecht neben seinem wenig vorteilhaften Aussehen einen schroffen, unverbindlichen Charakter, der sich zwar durch Energie, Tatkraft und Durchsetzungsvermögen auszeichnete, aber offenbar kaum Freundlichkeit ausstrahlte. Bei der Verfolgung seiner Ziele sagte man Albrecht Habgier, Verschlagenheit und Skrupellosigkeit nach, wobei ihn der steirische Reimchronist – obgleich den Habsburgern nahestehend – als einen Tyrannen apostrophierte. Hingegen wurde Albrecht gerühmt für seine Geduld gegenüber Freund und Feind sowie für seine Gutmütigkeit. Ihm wurde ein hohes Maß an „Keuschheit“ nachgesagt, das in einem ausgeprägten Familiensinn und einem glücklichen Eheleben gegipfelt haben soll. Auf außereheliche Abenteuer habe er verzichtet.

Aufgrund seiner kantigen Persönlichkeit stieß der Habsburger in Österreich und der Steiermark auf Ablehnung. Das seiner Reichsunmittelbarkeit verlustig gegangene Wien widersetzte sich dem Herzog, wurde aber 1288 unterworfen. Der Versuch König Rudolfs, Albrecht im Jahre 1290 die Nachfolge im Reich zu sichern, scheiterte am Widerstand König Wenzels II. von Böhmen. Letzterer erhielt nicht die Ostalpenländer zurück, die sein Vater, König Ottokar II. von Böhmen, 1276 gegen Rudolf von Habsburg verloren hatte. Die Bereitschaft Wenzels zur Wahl Albrechts wurde vollends durch die Belehnung des Habsburgers mit Ungarn torpediert. In Schwierigkeiten geriet Albrecht, als sich die Steierer mit Erzbischof Konrad von Salzburg gegen ihn verbündeten. Jedoch gelang es ihm Anfang 1292, ein bis Bruck an der Mur vorgedrungenes salzburg- bayrisches Heer zu schlagen und Friesach einzunehmen.

Nachdem König Rudolf am 15. Juli 1291 in Speyer verstorben und tags darauf dort im Dom bestattet worden war, trachtete sein Sohn Albrecht nach der Königskrone. Da er durch seinen Sieg in seinen Herzogtümern den Frieden wiederhergestellt hatte, zog er im Frühjahr 1292 nach Westen, um dort seine Königswahl zu erreichen. Am 5. Mai 1292 wurde jedoch nicht er, sondern Graf Adolf von Nassau von den Kurfürsten in Frankfurt zum König gewählt. Im Dezember 1292 huldigte Albrecht König Adolf und wurde von ihm mit Österreich und der Steiermark belehnt. In den folgenden Jahren betrieb Albrecht die Normalisierung der Beziehungen zu König Wenzel II. von Böhmen und die Beendigung der Auseinandersetzungen mit Salzburg und Bayern, die 1297 beigelegt wurden. Seit Juni desselben Jahres betrieb Erzbischof Gerhard II. von Mainz den Sturz Adolfs von Nassau. Wenzel II. von Böhmen konnte für die Wahl Albrechts gewonnen werden. In der Schlacht bei Göllheim am 2. Juli 1298 verlor König Adolf von Nassau Reich und Leben gegen den Habsburger. Dieser bestand auf einer zweiten, förmlichen Wahl, die am 27. Juli 1298 zu Frankfurt stattfand und aus der er als neuer römisch-deutscher König hervorging. Wie sein Vorgänger Adolf von Nassau musste sich auch Albrecht die Krone mit großen Zugeständnissen an seine Wähler, insbesondere an die Erzbischöfe von Mainz, Trier und Köln sowie an Wenzel von Böhmen teuer erkaufen. Am 24. August 1298 wurde er in Aachen zum König gekrönt.

Nachdem Albrecht bereits 1295 Kontakt mit König Philipp IV. dem Schönen von Frankreich aufgenommen und sich mit diesem später in seiner Eigenschaft als römisch-deutscher König in Quatrevaux an der Maas (bei Toul) getroffen hatte, ging unter den Kurfürsten die Furcht um, Albrecht wolle dem Hause Habsburg mit Hilfe Frankreichs die Erbmonarchie sichern und dafür wichtige Reichsgebiete preisgeben. Tatsächlich gab es Bestrebungen des französischen Königs, die Grenze seines Reiches nach Osten zu verschieben. Im „Kurverein von (Nieder)heimbach“ (bei Bingen) planten die Kurfürsten daher am 14. Oktober 1300 die Absetzung Albrechts. Mit Hilfe der rheinischen Städte gelang es dem König, nacheinander gegen die rheinischen Kurfürsten vorzugehen, und zwar zuerst gegen den Pfalzgrafen, dann gegen den Mainzer und schließlich gegen den Trierer Erzbischof. Die Bedrohung seines Königtums durch den Kurverein von Niederheimbach war damit beseitigt. Die Spannungen zwischen dem sein Königtum nicht anerkennenden Papst Bonifatius VIII. und König Philipp IV. von Frankreich nutzte Albrecht aus und leistete dem Papst einen Treu- und Gehorsamseid. Darüber hinaus machte er dem Pontifex maximus weitere Zugeständnisse.

  

Da König Wenzel II. von Böhmen nach dem Aussterben der Arpadenherrscher im Jahre 1301 für seinen Sohn Wenzel III. nach der ungarische Krone griff, suchte Albrecht zusammen mit Papst Bonifatius VIII. Karl Robert von Anjou den ungarischen Thron zu verschaffen. In diesem Kontext soll Albrecht von Wenzel II. all jene Besitzungen zurückverlangt haben, womit er 1298 die Kurstimme des Böhmenkönigs erkauft hatte. Karl Robert von Anjou gelang es, sich in Ungarn durchzusetzen. Nach militärischen Auseinandersetzungen und dem Tod Wenzels II. im Jahre 1305 schloss dessen Sohn Wenzel III. mit Albrecht den Frieden von Prag. Die Ermordung Wenzels III. 1306 führte dazu, dass Albrecht seinem Sohn Rudolf III. das Königtum Böhmen als erledigtes Reichslehen übertrug. Rudolf heiratete die Witwe Wenzels II., Elisabeth von Polen.

Nach dem baldigen Tod seines Sohnes Rudolf im Jahre 1307 und wechselhaften Erfolgen im Osten des Reiches (Osterland, Thüringen) wurde Albrecht am 1. Mai 1308 bei Brugg an der Reuß (Schweiz) von seinem Neffen Johann, genannt ‚Parricida‘ (Verwandtenmörder), meuchlings erstochen. Letzterer war der Sohn von Albrechts 1290 verstorbenem jüngeren Bruder Rudolf. Johann hatte von seinem Vater Ansprüche geerbt, die er gemäß den Bestimmungen der Rheinfeldener Hausordnung von 1283 mehrmals gegenüber Albrecht erfolglos geltend gemacht hatte. Offenbar trieben den Neffen Enttäuschung und Verbitterung über die ungerechte Behandlung und Zurücksetzung zur Ermordung des Onkels.

Ermordung König Albrecht I

 

Albrechts Leichnam wurde zunächst nach Brugg, dann in die Zisterzienserabtei Wettingen überführt. 1309 wurde er schließlich auf Veranlassung seines Nachfolgers, König Heinrichs VII., neben seinem früheren Gegner Adolf von Nassau im Dom zu Speyer beigesetzt. Am Tatort selbst stifteten die Königinwitwe Elisabeth und ihre Tochter Agnes zum Gedächtnis an den Ermordeten das Kloster Königsfelden. Nicht nur für die habsburgische, sondern auch für die deutsche Geschichte markierte die Mordtat eine tiefe Zäsur. Denn mit Heinrich VII. von Luxemburg gelang in der Folge einem Grafengeschlecht – wie einst den Habsburgern mit Rudolf – die Erlangung der Reichskrone.

Ulrich Burkhart