Die „Zweite Reformation“, Flüchtlingsbewegungen und der steinige Weg durch das katastrophale 17. Jahrhundert

Von Calvins Einfluss, konfessioneller Unsicherheit und Hexenverfolgungen

Die erste Phase der Reformation hatte das Reich in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts unwiderruflich religiös und politisch gespalten. Daran hatte auch die Rekatholisierungspolitik Karls V. letztlich nichts ändern können. Zusätzlich verkompliziert wurden die Dinge durch eine Spaltung der noch jungen protestantischen Konfession. Eine neue Lehre war auch nach Deutschland übergesprungen, welche für die Pfälzer Herrschaften noch ein ganzes Stück wichtiger als das Luthertum werden sollte: der Calvinismus oder das Reformiertentum, benannt nach seinem Stifter, dem französischen Kleriker und Reformator Jean Calvin bzw. Johannes Calvin.

Abb. 1: Johannes Calvin, Ölgemälde, anonymer Künstler, 16. Jahrhundert
Abb. 1: Johannes Calvin, Ölgemälde, anonymer Künstler, 16. Jahrhundert

 

Calvin war 1534 aus Furcht vor einer Ketzeranklage von Paris in die Schweiz geflohen, er ging zuerst nach Basel und wenig später nach Genf. Dort entwickelte er die Säulen seines Bekenntnisses: die Idee der Prädestination (Vorherbestimmung des Menschen zum Himmel oder zur Hölle), eine strenge Sittenlehre und Kirchenzucht, die Ablehnung der Bilderverehrung und ein Abendmahlverständnis, das sich von dem Luthers unterschied, indem es während der Eucharistie nicht von der leiblichen, sondern geistigen Anwesenheit Christi ausging. Dazu kam die synodale Kirchenordnung – also die Absage an eine Kirchenhierarchie und die Betonung der Autonomie jeder Gemeinde. Im politischen und kirchlichen Gefüge des noch von der ersten Reformationsphase erschütterten Reiches, stießen die Anhänger des Calvinismus allerdings auf ein fundamentales rechtliches Hindernis. Sie waren von dem 1555 geschlossenen Augsburger Religionsfrieden ausgeschlossen worden, der Katholiken und Lutheraner als gleichberechtigte christliche Konfessionen anerkannt hatte. Der Leitsatz des Vertragswerks stellte die Religion eines Herrschaftsgebietes der Entscheidung seines Regenten anheim: „Cuius regio, eius religio“ (Wessen das Land, dessen die Religion). Wo sich das Reformiertentum aber wenigstens noch in einigen deutschen Staaten ausbreiten konnte, hatten die Täufer, nach dem friesischen Theologen Menno Simons später auch Mennoniten genannt, dazu keine Chance – sieht man einmal vom kurzzeitig bestehenden Münsteraner Täuferreich ab. Eine radikale Strömung der Reformation, die zunächst in der Schweiz Fuß gefasst hatte,  beriefen sich die Mennoniten wie Lutheraner und Calvinisten zunächst einzig auf die Heilige Schrift als Glaubensfundament und lehnten jegliche kirchliche Hierarchie oberhalb der Gemeinde ab. Ein klarer Unterschied zu den übrigen Protestanten bestand allerdings in ihrem Bestehen auf der Erwachsenentaufe, da die Säuglingstaufe für sie biblisch nicht belegt war. Zudem plädierten sie für eine strikte Trennung von Staat und Kirche und verweigerten den obrigkeitlichen Eid. Mit ihren Ansichten galten sie allen anderen Konfessionen und den sie stützenden weltlichen Autoritäten als Abtrünnige, die erbarmungslos eingekerkert, hingerichtet oder mindestens verbannt wurden. So machte 1556 der Zweibrücker Herzog Wolfgang unmissverständlich klar: Wer sich von den „irregeleiteten“ Untertanen nicht bekehre, solle entweder im Turm landen oder gleich den Weg aus dem Land antreten![1]

Für die Untertanen der Kurpfalz bedeutete die sich vertiefende Konkurrenz bis offene Feindschaft der beiden großen evangelischen Bekenntnisse in den folgenden Jahrzehnten immer wieder einen erheblichen politischen Unsicherheitsfaktor – denn praktisch mit jedem neuen Herrscher wechselte die Konfession wieder. Endgültig auf die Seite der Reformation hatte das Territorium die nur drei Jahre währende Herrschaft Ottheinrichs, dem die Kurwürde nach dem Erlöschen der Heidelberger Linie zugefallen war, gezogen. Er bekannte sich offen zum Luthertum und verbot den katholischen Gottesdienst. Das Heiliggeiststift Heidelberg hob er auf, ließ die Universität von Philipp Melanchthon „evangelisieren“ und entließ alle Geistlichen, welche nicht bekehrungswillig waren, aus seinem Dienst. Gleichzeitig förderte er Kunst und Wissenschaft – z.B. durch den Ausbau der Heidelberger Bibliotheca Palatina. Von fundamentaler Bedeutung für die calvinistische Prägung der Kurpfalz wurde die Ära des Ottheinrich nachfolgenden Fürsten Friedrichs III. Friedrich, anfangs noch Lutheraner, ließ sich von seiner Frau Maria von Brandenburg-Kulmbach sowie Schweizer Theologen an seinem Hof überzeugen, den Calvinismus als Staatsreligion einzuführen. Der Kurfürst zeigte sich in der politischen Durchsetzung seines Kurses genauso hart wie sein Vorgänger. Diejenigen seiner Beamten, die nicht erneut eine neue Religion annehmen wollten, verloren ihren Posten und gingen ins Exil. Allerdings konnte sich der Fürst nicht überall durchsetzen – die oberpfälzischen Landstände pochten auf ihr Patronatsrecht und sein eigener Sohn Ludwig weigerte sich standhaft, das Luthertum aufzugeben. Der 1563 von den Theologen Kaspar Olevian und Zacharias Ursinus ausgearbeitete Heidelberger Katechismus sollte langfristig geschichtliche Bedeutung erlangen, denn er entwickelte sich in den kommenden Jahrhunderten zwar nicht zum einzigen, aber einem der wichtigsten Glaubensbekenntnisse der Reformierten weltweit. Der Katechismus und die kurz darauf erlassene Kirchenordnung[2] verweisen sowohl auf ein allgemeines als auch ein spezifisch protestantisches Bestreben von Landesherrschaft in der beginnenden Neuzeit. Prinzipiell war allen deutschen Fürsten die Strategie gemeinsam, die Unabhängigkeit ihres Territoriums gegenüber dem kaiserlichen Anspruch auszubauen. Dieses außenpolitische Ziel war aber nur zu erreichen, wenn man als Regent innenpolitisch unumschränkt schalten und walten konnte. Um dies sicherzustellen, suchten die Landesherren gegen die Partikularinteressen der Landstände die politische Macht auf ihre Person bzw. Regierung zu konzentrieren. Eine solche Zentralisierung, einhergehend mit dem Aufbau einer effizienten und loyalen Beamtenschaft, einer Vereinheitlichung der Gesetzgebung, einer reglementierten Wirtschaftspolitik – später auch Merkantilismus genannt – und dem fürstlichen Oberbefehl über die Armee, bildete die Basis für die Entstehung moderner Staatlichkeit.

 

Abb. 2: Pfalzgraf Johann Casimir, Holzschnitt von T. Stimmer, 1578
Abb. 2: Pfalzgraf Johann Casimir, Holzschnitt von T. Stimmer, 1578

Als Friedrich III. 1576 starb hinterließ er zwei Söhne: den älteren Ludwig VI., der die Kurwürde erben sollte und den jüngeren, Pfalzgraf Johann Casmir. Während Ludwig in seinen Landesteilen einmal mehr das konfessionelle Ruder mittels Unterdrückung Andersgläubiger Richtung „Relutherisierung“ herumriss, blieb Johann Casimir, dem sein Vater das Teilfürstentum Pfalz-Lautern vermacht hatte, Calvinist. Den kultuspolitischen Wettbewerb mit seinem Bruder annehmend, gründete er 1578 in der Kanzleistadt Neustadt das Casimirianum, welches in den nur fünf Jahren seiner Existenz einen reformierten Gegenentwurf zur lutherischen Universität Heidelberg verkörperte und deren verbannten Theologen einen Hafen bot. Nach dem Tod Ludwigs VI. und der erneuten Hinwendung der Kurlande zum reformierten Glauben, war das Casimirianum aber bald überflüssig geworden. Es verlor seinen neuen Status rasch wieder an das als Hochschulstandort länger etablierte Heidelberg.[3]

Abb. 3: Casimirianum, Neustadt an der Weinstraße (Stadtarchiv Neustadt an der Weinstraße, Foto: Rolf Schädler)
Abb. 3: Casimirianum, Neustadt an der Weinstraße (Stadtarchiv Neustadt an der Weinstraße, Foto: Rolf Schädler)

Wie in anderen Teilen Deutschlands (z.B. Bayern) kam es auch in den Gebieten der heutigen Pfalz ab dem späten 16. Jahrhundert zu Hexenverfolgungen. Heute verortet die Forschung die eigentliche Hochphase dieses düsteren sozialen, juristischen und politischen Phänomens eindeutig in der Frühen Neuzeit, auch wenn seine Wurzeln, im Bereich der Theologie und Volkskultur, im Mittelalter liegen. Hexenglaube und die aus ihm gegebenenfalls resultierende Hysterie speisten sich dabei niemals nur aus einer einzigen, sondern stets aus mehreren möglichen Ursachen. Jene konnten abhängig von Ort und Zeitpunkt teils erheblich variieren und lassen sich, gerade bei unzureichender Quellenlage, im Nachhinein mitunter kaum präzise fassen. Plausible Erklärungsansätze sind etwa: eine der heutigen Moderne weitestgehend fremde Mentalität der frühneuzeitlichen Menschen, in welcher eine tiefe Religiosität und der Glaube an übernatürliche Wesen wie den Teufel, Dämonen und Hexen eine Selbstverständlichkeit darstellten, wachsende soziale Ängste in Umbruchs- und Krisenzeiten, Seuchen und wirtschaftliche Not (z.B. durch Missernten) sowie äußerst weltliche Konflikte innerhalb der Dorf- oder Stadtgemeinde, die unter dem Vorwand einer „Besagung“ der Hexerei ausgetragen wurden. Der volle Umfang der Verfolgungen in der Pfalz liegt noch immer im Dunkeln, aktenkundig sind aber Hexenprozesse im Hochstift Speyer, im pfalz-zweibrückischen Amt Hornbach 1576/77, in  Landau 1584 bis 1595, in Rhodt unter Rietburg 1592 (damals zum Herzogtum Württemberg gehörig) und in Freimersheim 1589. Wenn auch die zuständigen Lokalbehörden keineswegs immer als treibende Kraft bei den Prozessen fungierten, sie um des öffentlichen Friedens willen teilweise sogar zu verhindern suchten, kamen sie bei geltender Rechtslage letztendlich nicht umhin, Anklagen aus der Bevölkerung zu verfolgen. Nicht nur während der europäischen Hexenverfolgungen stellten Frauen im Allgemeinen die Mehrheit der Beschuldigten, allerdings wurden auch Männer in signifikanten Zahlen als Zauberer oder Hexer angeklagt und hingerichtet. Im saarpfälzischen Raum speziell führten die erwähnten Verfahren wenigstens bei einer zweistelligen Zahl von Betroffenen über die Station der Folter auf den Scheiterhaufen. Stellvertretend für sämtliche Opfer seien hier nur die Fälle der 1576 in Bliesransbach (heute Teil von Kleinblittersdorf, Saarland) zum Tode verurteilten Catharina Wendel und der 1584 im heutigen Landau-Nußdorf verbrannten Barbara Wambsganß genannt.[4]

 

Abb. 4: Scharfrichter verbrennen Hexen, Flugblatt 1555 (Stadtarchiv Landau)
Abb. 4: Scharfrichter verbrennen Hexen, Flugblatt 1555 (Stadtarchiv Landau)

 

Von den politisch Verfolgten des 16. Jahrhunderts: Hugenotten und Wallonen

Einen reichs- und europaweiten Wettbewerbsfaktor bildete die Zuwanderungspolitik frühneuzeitlicher Staaten. Migranten gleicher Konfession vermochten einerseits die religiöse Hausmacht eines Landesherrn innenpolitisch zu stärken und andererseits als Fach- und Arbeitskräfte sowie Steuerzahler die heimische Wirtschaft anzukurbeln. Die Geschichte der pfälzischen Herrschaften wurde ab den 1560er Jahren maßgeblich von den Flüchtlingsbewegungen beeinflusst, die die vom Reich ausgehende und rasch nach Westeuropa ausgreifende Reformation durch ihre politischen Verwerfungen ausgelöst hatte. Hier geraten die Konfessionsgruppen der Hugenotten und Wallonen in den Fokus. Beide gehörten zu den Anhängern Calvins, besaßen aber eigene Glaubensbekenntnisse und eine unterschiedliche Herkunft. Die Hugenotten (auch franz. réfugiés) waren die französischen Reformierten, deren Zahl mit dem Aufkommen des Calvinismus im Königreich Frankreich wuchs. Zentren fanden sich vor allem im Norden (Sedan, Metz) und Süden (Nîmes, Montauban). Gegen den protestantischen Einfluss mobilisierten die katholische Adelspartei, geführt von der Familie Guise, und das französische Königshaus. In den acht Hugenottenkriegen 1562 bis 1598, in die auch das berüchtigte Massaker der Pariser Bartholomäusnacht 1572 fiel, kam es zur Eskalation des staatspolitischen Konflikts. In diesem Kampf leisteten sowohl Pfalz-Zweibrücken als auch die Kurpfalz den bedrohten Hugenotten Waffenhilfe. Zwar war der Zweibrücker Herzog Wolfgang Lutheraner, begrub aber seine Vorbehalte gegenüber den Calvinisten, als der Protestantismus in Frankreich als Ganzes auf dem Spiel stand. Er führte 17000 Mann 1579 von Bergzabern nach Westen, erkrankte allerdings früh und starb noch während des Feldzugs. Sein Leichnahm wurde auf Umwegen zurück nach Meisenheim überführt. Johann Casimir kommandierte 1575 bis 1591 in vier Einsätzen die kurpfälzischen Truppen, den letzten bereits als Administrator der Kurpfalz.

Keine dieser pfälzischen Missionen vermochte allerdings den Verlauf der Hugenottenkriege entscheidend zu beeinflussen. Nachdem jene endlich 1598 mit dem Edikt von Nantes endeten, welches den Hugenotten Religionsfreiheit und eine Reihe von Festungen zusprach, herrschte bis ins frühe 17. Jahrhundert ein brüchiger konfessioneller Waffenstillstand in Frankreich. Als der Krieg wieder aufflammte, erlitten die Reformierten 1628 in La Rochelle durch die Truppen Kardinal Richelieus ihre finale militärische und politische Niederlage. In den folgenden Jahrzehnten wurden sie immer unverhohlener diskriminiert, aus dem öffentlichen Leben gedrängt und zur katholischen Bekehrung gezwungen. Den Schlusspunkt unter diese Entwicklung setzte das Edikt von Fontainebleau vom 18. Oktober 1685. Mit ihm verbot der „Sonnenkönig“ Ludwig XIV. schließlich die Ausübung des Reformiertentums in seinem Königreich, weil er es als fundamentale Bedrohung seiner Macht und der von ihm gelenkten Gesellschaft begriff. Infolgedessen flohen bis zu 170 000 Hugenotten aus Frankreich, 38 000 davon fanden in diversen Reichsterritorien Aufnahme.[5]

Die Wallonen, aus der gleichnamigen Region im heutigen Südbelgien (z.B. Verviers, Lüttich und der Hennegau), flohen bereits vor den ersten Hugenotten nach Osten. Ihre Heimat gehörte damals zu den dem Königreich Spanien angegliederten Spanischen Niederlanden. Als der Calvinismus dort breitenwirksam Fuß fasste, reagierte König Philipp II. wie kurz darauf sein französisches Pendant. Zur Repression des neuen Glaubens entsandte er seinen Statthalter, den Herzog von Alba, in die Wallonie, der dort ein Schreckensregiment aus Inquisition, Zwangsbekehrungen und Massenexekutionen in Gang setzte. Tausende Wallonen flohen und fanden ihren Weg auch in die Pfalz. Kurfürst Friedrich III. gewährte den ersten Familien 1562 die Niederlassung in seinen Landen bei freier Religionsausübung und Erteilung wirtschaftlicher wie sozialer Privilegien. Die Religionsflüchtlinge siedelten sich in den säkularisierten und teils verfallenen Klostergütern Frankenthals und St. Lambrechts (1567) an, zu weiteren Gemeindegründungen kam es in Mannheim (1568), Schönau bei Heidelberg (1577) und Otterberg (1579). Auf Zweibrücker Gebiet  siedelten sich Hugenotten und Wallonen 1593 in Annweiler an, in Zweibrücken selbst bildete der Hofstaat der hugenottischstämmigen Herzogin Catherine de Rohan den Kern einer späteren Franzosenkommune. Das von den Einwanderern in unsere Region importierte Hauptgewerbe stellten die verschiedenen Zweige der Textilverarbeitung dar, so das Tuchweben und -walken, Strumpfwirken oder die Färberei. Damit brachten sie neue fortschrittlichere Impulse auf den heimischen Arbeitsmarkt, änderten die demographische Struktur ihrer Aufnahmeorte teils ganz erheblich (z.B. in Lambrecht) und beeinflussten schließlich deren Kultur und Sprache.[6]

Abb. 5: Empfang der Wallonen durch Kurfürst Friedrich III. bei Roxheim, nach einem Gemälde von Thiersch
Abb. 5: Empfang der Wallonen durch Kurfürst Friedrich III. bei Roxheim, nach einem Gemälde von Thiersch

 

Von der konfessionellen Blockbildung bis zum Dreißigjährigen Krieg

Ende des 16. Jahrhunderts errang der Calvinismus in der Kurpfalz dann endgültig religiöse Dominanz. Nach dem Tod Ludwigs VI. 1583 regierte Pfalzgraf Johann Casimir auch die Heidelberger Besitzungen bis zur Mündigkeit seines Neffen Friedrichs (IV.). Ebenso ließ er diesen – gegen den ausdrücklichen letzten Willen seines Vaters – reformiert erziehen. Die wenig überraschende Folge: Als Friedrich nach dem Tod des Onkels die Alleinherrschaft antrat, schaffte er das Luthertum zugunsten des Calvinismus ab und dabei sollte es zunächst auch bleiben. Ansonsten legte er die politischen Alltagsgeschäfte weitestgehen in die Hände seiner Berater, allen voran Außenminister Fürst Christian von Anhalt-Berneburg. Eine historisch definitiv wirkmächtige Hinterlassenschaft der Regentschaft Friedrichs IV. war der 1606/07 betriebene Ausbau des Dorfes Mannheim zur absolutistisch durchgeplanten Festung und Musterstadt. Was die Lage in Zweibrücken betraf, vollzog auch das Herzogtum 1588 den Übertritt zum Reformiertentum, allerdings setzte sich die Bekehrung nicht überall durch, das Amt Lauterecken und die in den Nordvogesen gelegene Grafschaft Lützelstein widerstanden ihr.[7]

Nach 1600 spitzte sich der konfessionelle Gegensatz im Reich immer unversöhnlicher zu, nicht zuletzt, weil die innerprotestantische Spaltung der zurückliegenden Jahrzehnte, die katholische Gegenreformation hatte erstarken lassen. Ereignisse wie die Besetzung der lutherischen Stadt Donauwörth durch die Truppen des bayerischen Herzogs Maximilians I. und der Jülich-Klevische-Erbfolgestreit, in dem das Herzogtum Jülich-Berg an Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm aus der Nebenlinie Neuburg fiel, trieben die religiöse wie realpolitische Lagerbildung voran. Auf der einen Seite stand die Protestantische Union u.a. bestehend aus der Kurpfalz, Pfalz-Zweibrücken, anfangs Pfalz-Neuburg, Kurbrandenburg, dem Herzogtum Württemberg und auf europäischer Ebene verstärkt durch die Vereinigten Niederlande, England und Schweden. Ihr gegenüber formierte sich die Katholische Liga, geführt vom Kaiserhaus Habsburg, dem Herzogtum Bayern und den geistlichen Kurfürstentümern Trier, Mainz und Köln.

Die pfälzischen und bayerischen Wittelsbacher, die in ihren Bündnissen jeweils eine führende Rolle spielten, standen sich knapp hundert Jahre nach dem Landshuter Erbfolgekrieg erneut feindlich gegenüber. In dieser für Deutschland und Mitteleuropa brandgefährlichen diplomatischen Gemengelage trugen die politischen Ambitionen eines Mannes ganz erheblich dazu bei, die Pfalz in den bis dato schlimmsten Krieg auf ihrem Boden seit der Spätantike schlittern zu lassen. Friedrich V. von der Pfalz hatte 1610 als Kurfürst die Regierungsgeschäfte übernommen, überließ aber, ganz wie sein Vater Friedrich IV., die Tagespolitik seinen Räten und dem nach wie vor die Fäden ziehenden Fürsten von Anhalt. Über seine Ehe mit Prinzessin Elisabeth, Tochter Königs Jakobs I., stand er in dynastischer Verbindung zum englischen Königshaus, und glaubte zunächst in seinem Schwiegervater einen machtvollen militärischen Verbündeten zu besitzen.

1618 hatte der böhmische König und neugewählte Kaiser Ferdinand II. die Zwangskatholisierung in Böhmen intensiviert. Die Rebellion der dortigen protestantischen Stände gegen diese Politik brach sich zunächst im Prager Fenstersturz Bahn, als ihre Vertreter zwei kaiserliche Räte aus dem Fenster der Prager Burg warfen, die zu ihrem Glück auf einem Misthaufen landeten. Reichte dieser gewalttätige Affront alleine schon für den Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges, stellte der August 1619 folgende Schritt die endgültige Kampfansage an das Reichsoberhaupt dar: Die böhmischen Stände wählten Friedrich V. von der Pfalz zu ihrem neuen König, was dieser nur zu gerne akzeptierte – hatten er und Minister von Anhalt doch bei diesem diplomatischen Coup hinter den Kulissen kräftig mitgeholfen. Doch Friedrich begann schnell zu begreifen, dass er sich verkalkuliert hatte. Weder schickten seine Bündnispartner in der Protestantischen Union nennenswerte Hilfstruppen, noch sein Schwiegervater, König Jakob. Jener hatte ihn zuvor vor diesem Abenteuer eindringlich gewarnt und erkannte infolge Friedrichs proklamiertes Königtum auch nicht an, entsandte aber zur Verteidigung der Kurpfalz immerhin eine kleine Schar englischer Söldner. Dies war, wenn auch letztlich unbedeutend, insofern besser als nichts, als die nun einsetzende Gewaltspirale nicht auf Böhmen beschränkt bleiben, sondern ihre Kreise schnell weit nach Westen ziehen würde. Bald vermochten sich die übrigen protestantischen Reichsstände aus dem eskalierenden Konflikt nicht mehr herauszuhalten.[8]

Abb. 6: Pfalzgraf Friedrich V. von der Pfalz, der „Winterkönig“, zeitgenöss. Stich
Abb. 6: Pfalzgraf Friedrich V. von der Pfalz, der „Winterkönig“, zeitgenöss. Stich

Ende 1620 wurde das Aufgebot Friedrichs V. bei der Schlacht am Weißen Berg in Böhmen vom kaiserlichen Heer unter Herzog Maximilian von Bayern vernichtend geschlagen. Die Oberpfalz und die böhmischen Besitzungen gingen verloren und der besiegte Friedrich, von der gegnerischen Propaganda als „Winterkönig“ verspottet, weil er gerade einmal einen Winter geherrscht hatte, musste ins niederländische Exil fliehen.

Abb. 7: Satireschrift „Des Pfalzgrafen Urlaub“, 1621, erschienen nach der Niederlage und Flucht Friedrichs V. und seiner Familie
Abb. 7: Satireschrift „Des Pfalzgrafen Urlaub“, 1621, erschienen nach der Niederlage und Flucht Friedrichs V. und seiner Familie

 Schnell fielen bayerische Truppen in die kurpfälzischen Kernlande ein, bald hatten sie das Rheintal und Worms eingenommen. Der mittlerweile heimlich zurückgekehrte Kurfürst versuchte ihnen, unterstützt von Kontingenten Braunschweigs und Badens, Paroli zu bieten. 1621 verhängte Kaiser Ferdinand die Acht über Friedrich V. und sprach 1623 dessen Kurwürde gegen geltendes Reichsrecht seinem Gefolgsmann Herzog Maximilian zu. Die bayerischen Wittelsbacher, die schon seit dem 14. Jahrhundert mit den rheinischen um die Pfälzer Kur konkurriert hatten, sahen ihre lang gehegten Ambitionen damit fürs Erste als befriedigt an. Der glücklose Friedrich konnten den juristischen Maßnahmen seine Feinde nichts entgegensetzen. Die Bayern hatten erst kurz zuvor Heidelberg erobert und erhielten Unterstützung durch die mittlerweile ebenfalls eingetroffenen Spanier, welche unter Spinola nun ebenfalls auf Raubzug durch die Pfalz gingen und die linksrheinischen Gebiete besetzten. Der Kurfürst musste erneut nach Holland fliehen.[9]

Abb. 8: Bauern werden von einem Kavalleristen niedergemacht; Radierung von Hans Ulrich Frank 1645
Abb. 8: Bauern werden von einem Kavalleristen niedergemacht; Radierung von Hans Ulrich Frank 1645

Im Windschatten der spanischen Truppen kamen die Jesuiten, welche sich sofort daran machten, die vom wahren Glauben abgefallenen pfälzischen Ketzer wieder zu bekehren. Klöster wurden restituiert und die Jesuiten predigten in Neustadt, Germersheim, Frankenthal und Kreuznach.  Maximilian von Bayern ließ die Bestände der Bibliotheca Palatina kurzerhand in die Vatikanische Bibliothek nach Rom transportieren, so entschädigte er den Papst für geleistete finanzielle Unterstützung. Die Vorherrschaft der Kaiserlichen wurde allerdings 1630 mit dem Kriegseintritt der schwedischen Truppen unter ihrem König Gustav Adolf kurzzeitig wieder beendet. Jene hatten bei Oppau den Rhein überquert und den Widerstand der Katholiken gebrochen. Dieser Sieg trug jedoch keine langfristigen Früchte – Gustav Adolf fiel in der Schlacht bei Lützen 1632, dem gleichen Jahr, in dem der unter seinem Schutz nach Mainz zurückgekehrte „Winterkönig“ starb.

Abb. 9: Karl II. Ludwig von der Pfalz, Kupferstich, Christoph LeBlon 1652
Abb. 9: Karl II. Ludwig von der Pfalz, Kupferstich, Christoph LeBlon 1652

Neuer Kurfürst war jetzt Karl I. Ludwig, der aber als Minderjähriger noch unter Vormundschaft stand. Diese politischen Entwicklungen gaben den Kaiserlichen die Initiative zurück, die nun wieder vorrückten und schließlich den Schweden eine Niederlage beibrachten. Während dieses Feldzugs ereignete sich der „Kroatensturm“, die 1635 stattfindende Belagerung und Erstürmung Kaiserslauterns durch kroatische, wallonische und kaiserliche Truppen, die in einem furchtbaren Gemetzel endete: 1500 Menschen, einschließlich Frauen und Kindern, fielen in und vor der Stadt (u.a. auf der sogenannten „Jammerhalde“) dem Wüten der Soldateska zum Opfer, über die ihr Kommandant Hatzfeld jegliche Kontrolle verloren hatte. Zu allem Überfluss trat jetzt auch noch das mit Schweden verbündete Frankreich in den Konflikt, wobei es Paris nicht zuletzt um die Schaffung einer Einflusssphäre im südwestlichen Reich und die Schwächung des verfeindeten Hauses Habsburg ging. Neben der Pfalz tobten nun auch Kämpfe im Elsass. Quälende dreizehn Jahre sollten für die Menschen noch vergehen, bis sich bei allen Kriegsparteien schließlich Zeichen der Erschöpfung und Einsicht zeigten.[10]

 

Von einem allzu kurzen Wiederaufbau bis zu den frühen französischen Expansionskriegen

Bei den Verhandlungen des Westfälischen Friedens 1648, der als früheste Keimzelle eines modernen Völkerrechts betrachtet werden kann, gelangten Kaiser, katholische und protestantische Reichsstände und die auswärtigen Mächte letztlich zu einer Übereinkunft, welche den Krieg beendete. Die Kurpfalz würde rechts- wie linksrheinische wieder hergestellt werden, der aus dem englischen Exil zurückgekehrte Karl Ludwig sollte seine Kur wiedererlangen, allerdings würde Bayern seine Kur belassen werden, so dass erstmals acht, statt sieben Stimmen im Kurfürstenkolleg versammelt sein sollten. Weiterhin wurden die Calvinisten nun endlich in den erneuerten Religionsfrieden mit einbezogen, abgesehen von der Oberpfalz und den habsburgischen Erblanden herrschte fortan im Reich Bekenntnisfreiheit. Als Garantiemächte des Friedensvertrags fungierten Schweden und Frankreich, dem die Festung Landau zugesprochen wurde, welche später unter Vauban, dem Festungsbaumeister Ludwigs XIV., ihre definitive Fortifikation erhalten sollte. Das dreißigjährige Schlachten hatte weite Landstriche der Pfalz in eine wüste Einöde verwandelt. Bis zu 90 % der Bevölkerung waren geflohen oder gestorben – durch Gewalt, aber auch Hunger und grassierende Seuchen. Städte waren zerstört und besetzt worden – Neustadt durch wechselnde Parteien volle sieben Mal! – ganze Flecken menschenleer, jegliche Zuwanderung abgewürgt, Handel und Gewerbe ruiniert. In einem Wort, Land und Leute befanden sich in Schockstarre, der Wiederaufbau würde Jahrzehnte dauern.[11]

Die landesherrliche Verwaltung erhielt die Anweisung, ein großangelegtes Programm der „Peuplierung“ zur Neubesiedelung der verwüsteten Gegenden umzusetzen. Pfalz-Zweibrücken und Kurpfalz erlebten die Rückkehr bekannter Einwanderer wie Wallonen und Hugenotten, aber auch neuer Gruppen wie Tiroler, Italiener oder Schweizer. In seiner Not war Kurfürst Karl Ludwig zu der Erkenntnis gelangt, dass er sich in diesen Zeiten religiös-ideologische Vorbehalte nicht mehr in alter Schärfe leisten wollte. So durften die in Zweibrücken nach wie zuvor geächteten Mennoniten jetzt seine Grenzen überqueren, 1672 zählten sie bereits 800, mussten sich jedoch verpflichten, die klamme Staatskasse dafür mit einem Kopfgeld zu aufzubessern. Genau wie im Brandenburg-Preußen des Großen Kurfürsten setzte sein Pfälzer Standesgenosse auf die ausgleichende Wirkung einer religiösen Toleranzpolitik. In Mannheim kam es 1674 zur Grundsteinlegung der ersten Konkordienkirche, Katholiken und Juden wanderten wieder ein. Abseits der reinen Kirchenpolitik zeigte sich Karl Ludwigs Kurs auch im Kulturressort: Samuel Pufendorf, der berühmte lutherische Philosoph, erhielt den Lehrstuhl für Natur- und Völkerrecht an der Heidelberger Universität. Außenpolitisch suchten beide große pfälzische Herrschaften den Schutz und Ausgleich mit den Garantiemächten des Westfälischen Friedens: Karl Ludwig verheiratete 1671 seine Tochter Elisabeth Charlotte, die berühmte „Liselotte von der Pfalz“ mit Herzog Philipp von Orléans, dem Bruder Ludwigs XIV. – ein politischer Schachzug, der vermeintliche Sicherheit erkaufen sollte. Im Falle Pfalz-Zweibrückens blieb es nicht bei der Nähe zur schwedischen Herrschaft, man übernahm diese gleich! Die bereits 1615 geschlossene Ehe Johann-Casimirs von Zweibrücken-Kleeburg mit Gustav Adolfs Schwester Katharina Wasa machte es möglich. Johann Casimir wurde zum Stammvater gleich dreier schwedischer Monarchen, welche von 1654 bis 1718 in Personalunion die Herzogswürde von Zweibrücken inne hatten. Der Sohn des Pfalzgrafen war Karl X. Gustav, sein Sohn und Enkel Karl XI. und Karl XII. von Schweden.[12]

Abb. 10: Elisabeth Charlotte von der Pfalz als junge Frau; unbekannter Künstler
Abb. 10: Elisabeth Charlotte von der Pfalz als junge Frau; unbekannter Künstler

Doch die zarten Pflänzchen des Aufschwungs hatten nicht ansatzweise genügend Zeit zu gedeihen. Denn kaum mehr als zwanzig Jahre nach dem Westfälischen Frieden bedrohte ein alter neuer Feind die Pfalz: Frankreich, welches nun von Ludwig XIV. regiert wurde. Ludwig, der die europäische Vormacht seines Königreiches erringen wollte, verfolgte eine Expansionspolitik, welche Frankreichs Territorium an seine natürlichen Grenzen treiben sollte. Für den Norden bedeutete dies die Bemächtigung der Spanischen Niederlande, im Süden die Sicherung der Pyrenäengrenze und im Osten der Vorstoß an den Rhein, was den König auf direkten Konfrontationskurs mit Kaiser und Reich brachte. Um sein Ziel zu erreichen, nutzte Versailles langfristig eine perfide Strategie der regionalen Destabilisierung, die auf ein Wechselspiel aus annektierenden Handstreichaktionen und diplomatischen Verhandlungen setzte. Kern dieser Verhandlungen waren in vielen Fällen mehr als zweifelhafte, um nicht zu sagen gefälschte Rechtsansprüche, die der französische Hof auf zahlreiche linksrheinische Reichsterritorien erhob. Jene, so die Forderung, müssten als sogenannte „Reunionen“ wieder unter legitime französische Herrschaft kommen. 1668 hatte auf Drängen Ludwigs bereits der Metzer Bischof Teile Pfalz-Zweibrückens mit seinen Truppen heimgesucht. Als „Ausläufer“ des Holländischen Krieges geriet der Pfälzer Raum dann erstmals ins direkte Visier der königlichen französischen Armee. 1673 wurde Rheinzabern größtenteils gebrandschatzt, 1674 nahmen die Korps General Turennes die Festung Germersheim. So wollte Ludwig den pfälzischen Kurfürsten zwingen, seine Neutralität endlich aufzugeben. 1677 gingen schließlich auch das bereits besetzte Zweibrücken samt Schloss und 50 Dörfer in gleichnamigen Oberamt in Flammen auf, dazu noch Orte wie Hornbach, Baumholder oder Kusel.[13]

Auf gesamteuropäischer Ebene nutzte Versailles den Umstand aus, dass Kaiser Leopold lange gezwungen war, ein Gros seiner Streitkräfte zur dringenden Abwehr der Osmanen einzusetzen, welche von Ungarn und dem Balkan her auf die habsburgischen Erblande vorstießen. Das ermöglichte es dem französischen König, im Westen Fakten zu schaffen. Nachdem bereits Teile der Spanischen Niederlande, Luxemburgs, des Elsass und der Löwenanteil der pfälzischen Herrschaften, darunter das Herzogtum Zweibrücken, das letztlich bis 1697 unter französischer Kuratel stehen würde, als „Reunionen“ besetzt worden waren, annektierte er 1681 auch noch die strategisch wichtige Reichsfestung Straßburg. Das im Osten gebundene Reich musste den Status quo zwar fürs Erste zähneknirschend anerkennen, befand sich allerdings nach dem Sieg über die Türken vor Wien 1683 wieder in der Offensive. Ludwig XIV. und sein Kriegsminister Louvois erkannten, dass das Zeitfenster, in dem eine Einverleibung des linken Rheinufers möglich war, nicht mehr allzu lange offen bleiben würde.[14]

Für unsere Region und speziell für die Kurpfalz war das Jahr 1685 ein entscheidendes. Karl II., Sohn Karl Ludwigs und seit nur fünf Jahren an der Staatsspitze, starb jung und ohne Erben, womit die Linie Pfalz-Simmern am Ende war. Die Kurwürde ging auf die Linie Pfalz-Neuburg über, vertreten durch Philipp Wilhelm, einen Katholiken, der nun einem Gemeinwesen vorstand, welches sein Vorgänger zuletzt wieder geradewegs in Richtung strikter Calvinismus manövriert hatte. Angesichts der jüngeren religionspolitischen Entwicklungen dürften nicht wenige Untertanen unsicher in die Zukunft geblickt haben. Zwar stand der neue Regent zu den konfessionellen Bestimmungen des Westfälischen Friedens, darüber hinaus zeigte er aber wenig Enthusiasmus, diesbezügliche Zusagen Karls II. einzuhalten. Bei den verstärkt einwandernden Hugenotten und Wallonen sorgte diese Haltung ebenfalls für Entmutigung. So verweilte etwa ein kleines Häuflein Flüchtlinge aus dem Hennegau nur wenige Monate im westpfälzischen Weiler Steinwenden, bevor es nach Brandenburg-Preußen weiterzog. Dass die gesamte Pfalz im Rahmen des deutschen Refuge letztlich nur ein Transitland blieb, lag aber nur sekundär an der Konfession des Fürsten ihres größten Territoriums. Primär für diesen Umstand verantwortlich war die expandierende militärische und politische Einflusssphäre Frankreichs, die bei den Französisch-Reformierten große Ängste weckte und ein Verbleiben in hiesigen Gefilden zum wachsenden Risiko werden ließ.[15]

 

Vom Pfälzischen Erbfolgekrieg

Wie berechtigt die nicht nur unter Hugenotten und Wallonen geäußerten Ängste vor Frankreichs Kurs waren, sollte sich bei Ausbruch des – die ersten französischen Zerstörungswellen in den 1670ern mitgerechnet – bereits dritten großen Konflikts zeigen, der die Pfalz im 17. Jahrhundert heimsuchte: der Pfälzische Erbfolgekrieg, in Frankreich auch Orléansscher Krieg genannt. Im Herbst 1688 war Ludwig XIV. des Wartens überdrüssig und befahl unter Orchestrierung von Louvois einen massiven Militärschlag gegen die linksrheinischen Reichsgebiete. Die ursprünglich aus Sicherheitsbedürfnissen geschlossene Ehe zwischen „Liselotte von der Pfalz“ und dem Herzog von Orléans erwies sich jetzt als grausamer Bumerang für die Heimat der Prinzessin. Denn Ludwig hatte schon länger im Namen seines Bruders das kurpfälzische Erbe seiner Schwägerin als Mitgift für Frankreichs Thron gefordert; was sowohl gegen den Heiratsvertrag als auch die Garantien des Westfälischen Friedens verstieß, weshalb Philipp Wilhelm und der Kaiser das Ansinnen auch unmissverständlich zurückwiesen. Letztlich stellte die abenteuerliche „juristische“ Begründung ganz im Geist der bisherigen Reunions-Forderungen aber nur einen  austauschbaren Vorwand für eine Invasion dar, die auf jeden Fall erfolgt wäre. Auf breiter Front stieß die französische Armee, zu dieser Zeit die wohl schlagkräftigste Europas, bis ins Frühjahr 1689 vor, offiziell unter dem Kommando des Dauphin, realiter unter dem von Marschall Duras. Da die zu wenigen, nur schlecht ausgerüsteten Verteidiger einer solchen Streitmacht nichts entgegenzusetzen hatten, war innerhalb kürzester Zeit nicht nur die linke Rheinebene vollständig in französischer Hand. Schnell setzte man auch umgehend aufs rechte Ufer über und führte militärische Streifzüge bis weit nach Baden und Württemberg hinein.

Abb. 11: Karte der 1689 zerstörten Gebiete, aus: Kurt von Raumer, Die Zerstörung der Pfalz 1689, München 1930, S. 358
Abb. 11: Karte der 1689 zerstörten Gebiete, aus: Kurt von Raumer, Die Zerstörung der Pfalz 1689, München 1930, S. 358

Ausdrückliche Kriegstaktik der Invasoren war es, durch großflächige Zerstörungen von Städten und Dörfern im Vorfeld des französischen Festungsgürtels eine Wüstungszone entstehen zu lassen, in der der Feind keinerlei Ressourcen im Falle seiner Gegenoffensive vorfinden sollte. „Brûlez le Palatinat!“ (Brennt die Pfalz nieder!), lautete der von Louvois entworfene, aber von Ludwig XIV. in letzter Instanz verantwortete Befehl. Die schweren Verwüstungen fanden, nicht ausschließlich, aber mit eindeutigem Schwerpunkt in der Vorderpfalz bzw. Rheinebene statt: Frankenthal, Oppenheim, Speyer und Worms wurden erobert, geplündert und eingeäschert. Auch die Dome in den letztgenannten Kathedralstädten blieben nicht verschont – die Schändung ihrer Krypten, insbesondere der Kaisergräber zu Speyer rief im Reich und der europäischen Christenheit unglaubliche Empörung hervor. Der Ruf Ludwigs XIV. wurde hierdurch für viele nachhaltig ruiniert, besonders deutsche und hugenottische Flugschriftenautoren ziehen ihn nun als „Nero Gallicanus, französischen Attila und allerchristlichsten Türken“. Nach dem Fall der Festungen Philippsburg und Mainz waren schließlich auch Heidelberg und Mannheim erobert worden – die Residenz wurde zunächst „nur“ teilweise zerstört, in Mannheim sollte laut königlicher Order dagegen „kein Stein auf dem anderen“ bleiben. Das mehr oder weniger gleiche Schicksal teilten zahlreiche Burgen und Schlösser sowie Dutzende weiterer Ortschaften, denen systematisch der rote Hahn aufs Dach gesetzt wurde – so z.B. Dürkheim, Edenkoben, Haßloch oder Rockenhausen. Dagegen blieben u.a. Kaiserslautern, Neustadt, Annweiler und Germersheim als von den Franzosen anvisierte Stützpunkte verschont. Kurfürst Philipp Wilhelm floh angesichts der militärischen Übermacht in seine Stammlande in Neuburg an der Donau.[16]

Abb. 12: „Eigentliche Abbildung des Französischen Mordbrenners de Melac etc.“, zeitgenöss. Kupferstich
Abb. 12: „Eigentliche Abbildung des Französischen Mordbrenners de Melacc etc.“, zeitgenöss. Kupferstich

 

Zum Inbegriff des Bösen und Personifizierung des Terrors, welche die Bevölkerung der Pfalz wie des restlichen Südwestdeutschlands in diesem Krieg erleiden musste, geriet der wegen seiner Brutalität berüchtigte französische General Ezéchiel du Mas, Comte de Mélac aus der Gironde. In zeitgenössischen Flugschriften als „Mordbrenner“ gebrandmarkt, dämonisierte man ihn bereits zu Lebzeiten zu einer Schreckgestalt mit übernatürlichen Zügen: Seine beiden Hunde gerieten zu Wölfen, er selbst zu einem Hexenmeister und sein Name ging als Schimpfwort im Sinne von „(Ketten-)Hund“ oder „Rohling“ später sowohl in den pfälzischen wie badischen Dialekt ein. Zweifellos war Mélac ein besonders willfähriger und auch sadistischer Befehlsempfänger, es sollte aber nicht vergessen werden, dass andere französische Generäle wie der Marquis de Feuquières, Tessé oder Duras die Taktik der verbrannten Erde ebenso ausführten wie er es tat.

Aufgrund der schwerfälligen Entscheidungsfindung auf dem Reichstag und der Marschzeit angeforderter Kontingente aus Ungarn dauerte es Monate bis die kaiserlichen Truppen eine Gegenoffensive starten konnten, der es dann im Herbst 1689 gelang, die Franzosen zunächst auf das linke Rheinufer zurückzuwerfen. Für eine vollständige Befreiung der Pfalz reichten aber weder die Kräfte noch das Geld aus. Bei einem erneuten Vorstoß eroberten die Franzosen Heidelberg im Mai 1693 ein zweites Mal, die kurpfälzische Hauptstadt wurde nunmehr vollständig gebrandschatzt und ihr Schloss wenig später gesprengt. Auch der neu ernannte Kommandeur der Reichstruppen, Markgraf Wilhelm Ludwig von Baden (der „Türkenlouis“), hatte dies nicht verhindern können. Bereits 1690 war Kurfürst Philipp Wilhelm gestorben, sein Sohn Johann Wilhelm blieb in den Kriegsjahren zunächst ein ohnmächtiger Nachfolger, dessen Handlungsspielraum auf seine Residenz Düsseldorf beschränkt blieb (im jülich-bergischen Erbe der Kurlinie Pfalz-Neuburg gelegen, das Reiterstandbild des dort „Jan Wellem“ Genannten kann heute auf dem Düsseldorfer Marktplatz besichtigt werden).[17]

Abb. 13: Johann Wilhelm von der Pfalz (auch „Jan Wellem“ genannt), zeitgenöss. Kupferstich (Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde)
Abb. 13: Johann Wilhelm von der Pfalz (auch „Jan Wellem“ genannt), zeitgenöss. Kupferstich (Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde)

In den Folgejahren lief die militärische Entwicklung allerdings mehr und mehr auf ein Patt zwischen beiden Parteien hinaus, die nun auf einen Abnutzungskampf setzten. Wie schon im Dreißigjährigen Krieg litten die Menschen unter den Kriegskontributionen sowohl der Franzosen als auch Kaiserlichen, mussten Marodeure beider Seiten fürchten. Als Reaktion griffen Banden sogenannter Schnapphähne zur Selbsthilfe, indem sie z.B. bei Meisenheim die Franzosen mittels Guerillataktik bekämpften. Schließlich fand der Krieg in der Pfalz im September 1697 ein Ende, als Reichstruppen die Ebernburg stürmten. Im Frieden von Rijswick musste Frankreich die pfälzischen Gebiete wieder abtreten, behielt aber die Festungen Landau und Straßburg sowie die Annexionen im Elsass. Von Reparationen konnten die Kurpfalz und die übrigen betroffenen Herrschaften nur träumen. Dagegen war im Vertrag eine Sonderklausel verankert worden, wonach allen Katholiken, die während der französischen Besatzung Gottesdienstrechte und eigenen Besitz erworben hatten, beides weiterhin zu garantieren sei. Diese Klausel kam im Kurfürstentum den Ansichten des katholischen Johann Wilhelm durchaus entgegen. Kurz vor der Jahrhundertwende lag die Pfalz erneut in Trümmern. Der Bevölkerungsverlust war nicht ganz so gravierend wie der im Dreißigjährigen Krieg erlittene, dürfte aber immer noch unglaubliche 50 % ausgemacht haben. Im Gegenzug waren die Sach- und Gebäudeschäden aufgrund des Brandschatzens höher ausgefallen. Sämtliche in ihrer unmittelbaren Wirkung ohnehin überschaubaren Wiederaufbauleistungen, die man in der kurzen Zeitspanne zwischen 1648 und dem Aufflammen der französischen Reunionskriege ins Werk gesetzt hatte, sahen sich wieder auf null zurückgeworfen.[18] Und die Krisenzeit war noch lange nicht zu Ende.

 

Vom Spanischen Erbfolgekrieg und Rekatholisierungsbemühungen

Historiker definieren Jahrhunderte mitunter nicht strikt kalendarisch, sondern nach geschlossenen geschichtlichen Sinneinheiten und sozialen Prozessen. Lässt man in einer diskutablen Interpretation das „lange“ 17. Jahrhundert bereits mit der längerfristigen innenpolitischen Durchsetzung des Calvinismus in der Kurpfalz ab 1583 beginnen (Zweibrücken schloss sich ihrem Vorbild ab 1588 an.) und mit dem letzten Reunionskrieg des ludovizianischen Frankreich enden, reicht es bis ins Jahr 1713. Jener letzte Konflikt war der 1702 ausbrechende Spanische Erbfolgekrieg. Wie der Name schon sagt, ging es um die Erbfolge des 1700 verstorbenen spanischen Königs Karls II. – was die Häuser Bourbon und Habsburg, die sich beide auf Verwandtschaftsverhältnisse berufen konnten, erneut in Opposition brachte. Ludwig XIV. wollte seinen Enkel Philipp von Anjou auf Spaniens Thron sehen, Leopold I. dagegen seinen Sohn Erzherzog Karl. Bayern und Kurköln schlugen sich auf die Seite Frankreichs, das nun erneut einer Großen Allianz bestehend aus dem größeren Teil des Reichs, neben den „Pfälzern“ und Österreichern u.a. noch Preußen, England und den Vereinigten Niederlanden die Stirn bieten musste. Gerade einmal fünf Jahre seit dem letzten Krieg wurde die Region einmal mehr zum Schlachtfeld. 1702 kämpfte Mélac wieder auf ihrem Boden, dieses Mal aber in einer für ihn ungewohnten Defensivposition – als Kommandant der Feste Landau, belagert von der Armee des Markgrafen von Baden. Nach vier Monaten Belagerung kapitulierte er vor der Übermacht und zog aus der Stadt ab, die allerdings nach Kriegsende wieder an Frankreich gehen sollte. Zwar erreichten die Zerstörungen in den Folgejahren nicht den Level des Vorgängerkonflikts. Doch dessen ungeachtet wogten die Kämpfe erbittert hin und her, schafften es die Franzosen 1707 bis 1713 Heidelberg und Mannheim bzw. die Rheinschanze kurzzeitig zu besetzen sowie die Südpfalz unter ihre Kontrolle zu bringen.[19] Von regionaler Stabilität lässt sich also nicht sprechen, vor allem, wenn man zur unsicheren militärischen Lage die innenpolitischen Irritationen addiert, welche die Religionspolitik des katholischen Kurfürsten mit sich brachte.

Johann Wilhelm, der sich zum Verdruss seiner oberrheinischen Untertanen mehr in Düsseldorf denn in Heidelberg aufhielt, hatte schon während des Erbfolgekrieges ein zunehmend gespanntes Verhältnis zum reformierten Kirchenrat der Kurpfalz, der ihm allzu eigenmächtig agierte. Das vom Regenten 1698 erlassene Simultaneum öffnete den in der religiösen Minderheit befindlichen Katholiken die Nutzungsrechte für die Kirchen der Reformierten und Lutheraner, ihre eigenen Kirchen mussten sie de facto allerdings nicht teilen. Der prokatholische Kurs Johann Wilhelms nahm immer mehr gegenreformatorische Züge an. So gab er Anweisung, keine weiteren Hugenotten, die gar als „allerhand vertriebenes Gesindel“ tituliert wurden, ins Land zu lassen und reformierte Pfarrstellen nicht mehr neu zu besetzen. Infolgedessen verschlechterte sich die öffentliche Stimmung unter den Calvinisten massiv, immer mehr Zeitgenossen im In- und Ausland sahen in diesem Vorgehen eine eindeutige Verletzung der Religionsartikel des Westfälischen Friedens. Stellte sich der Kurfürst gegenüber jeglicher klerikaler und diplomatischer Kritik lange stur, bewogen ihn eine scharfe Proteste der protestantischen Reichsstände, geführt von Kurbrandenburg, dann letztlich doch zum Einlenken, schließlich benötigte er mitten im Spanischen Erbfolgekrieg ihre Unterstützung. 1705 kam es in der „Religionsdeklaration“ entsprechend zu folgendem Kompromiss. Allen Konfessionen blieb die Gewissensfreiheit garantiert und die Kirchennutzung zwischen Reformierten und Katholiken wurde im Verhältnis 5:2 festgeschrieben, wobei die Lutheraner außen vor blieben. Eine aus damaliger Sicht logische, aus heutiger Sicht bizarre Konsequenz des Erlasses bestand im Bau von Trennmauern, die überall dort, wo für beide Konfessionen nur eine Kirche existierte, die Gotteshäuser in einen katholischen Chor und ein reformiertes Schiff zerschnitten. Die  grundsätzliche Weichenstellung der Deklaration sollte für das kommende 18. Jahrhundert prägend bleiben und die Drei-Konfessionen-Struktur der Region bis zur protestantischen Kirchenunion 1818 stützen. Eine ähnliche Situation wie zuvor in der Kurpfalz ergab sich 1719 auch in Pfalz-Zweibrücken mit dem Regierungsantritt des katholischen Herzogs Gustav Samuel Leopold. Der neue Landesherr verfügte zugunsten der Katholiken ebenfalls eine simultane Kirchennutzung mit den Calvinisten zusammen und verpflichtete das reformierte Oberkonsistorium, sich an den Kosten für die Entlohnung katholischer Priester zu beteiligen.[20]

Als Epoche der sich weiter verschärfenden Konfessionalisierung und des politischen Umbruchs kann das für die Pfalz „lange“ 17. Jahrhundert zweifellos eingeordnet werden und in noch größerem Maß als Epoche kaum endenden Religions- und Hegemonialkriegs. Selbst das 20. Jahrhundert – das in seiner ersten Hälfte zwei Weltkriege, Wirtschaftskrisen und erhebliche finanzielle wie materielle Belastungen durch auswärtige Besatzung verzeichnet, bleibt in der historisch-numerischen Relation hinter den großflächigen Zerstörungen und Bevölkerungseinbußen des 17. zurück. Als Phänomene langer Dauer sind sie für das Verständnis tiefsitzender struktureller, wirtschaftlicher und demographischer Probleme, welche den hier behandelten Landstrich, vor allem im Westen, noch bis ins 19. Jahrhundert hinein plagten, unerlässlich.

Christian Decker

Anmerkungen

[1] Desel: Hugenotten, S. 3-7; Ehmann: Calvin, S. 14f. u. 21-23; Paul: Minderheiten, S. 113 (hier Zitat) u. 114; Urban: Mennoniten, S. 102.

[2] Holzfurtner: Wittelsbacher, S. 321-323; Schindling: Reformierte Kurfürsten, S. 14-18.

[3] Kohnle: Kurpfalz, S. 94f.; Schaab: Geschichte der Kurpfalz. Bd. 2, S. 53.

[4] Behringer: Hexenverfolgungen in Bayern, S. 1-19; Übel: Zauberei und Hexenwerk, S. 39-77 u. 99-142.

[5] Desel: Hugenotten, S. 3-11; Dölemeyer: Hugenotten, S. 11-26; Hubert: Kirchenpolitik und Religionskämpfe, S. 10-12; Erbe: Frühe Neuzeit, S. 304.

[6] Desel: Hugenotten, S. 26; Paul: Minderheiten, S. 111-113; Kuby: Anfänge im fremden Land, S. 15; Collofong/Fell: 1000 Jahre Lambrecht, S. 197-200; Röpke: Wallonensiedlung, S. 205.

[7] Erbe: Frühe Neuzeit, S. 304; Walter: Mannheim. Bd. 1, S. 115-129.

[8] Erbe: Frühe Neuzeit, S. 306; vgl. das Kapitel bei Schaab: Geschichte der Kurpfalz. Bd. 2, S. 109-123; Kohnle: Kurpfalz, S. 114-128.

[9] Erbe: Frühe Neuzeit, S. 309; Schaab: Geschichte der Kurpfalz. Bd. 2, S. 113-116.

[10] Erbe: Frühe Neuzeit, S. 309f.; Schindling: Reformierte Kurfürsten, S. 39; Keddigkeit: Kleine Geschichte Kaiserslautern, S. 61-64.

[11] Kohnle: Kurpfalz, S. 131-138; Erbe: Frühe Neuzeit, S. 310; Schindling: Reformierte Kurfürsten, S. 40/41; Martin: Kleine Geschichte Landau, S. 46-56; Spieß: Kleine Geschichte Neustadt, S. 65f.

[12] Erbe: Frühe Neuzeit, S. 310; Paul: Auswanderung, S. 221f.; Schindling: Reformierte Kurfürsten, S. 42.

[13] Neubauer: Französische Gemeinde Zweibrücken, S. 28; Raumer: Zerstörung der Pfalz, S. 28-33; Erbe: Frühe Neuzeit, S. 310.

[14] Kohnle: Kurpfalz, S. 146-148; Vgl. Raumer: Zerstörung der Pfalz, S. 37f.; Hartwich: Besetzung der Pfalz, S. 1416; Ammerich: Herzogtum Pfalz-Zweibrücken, S. 378.

[15] Kohnle: Kurpfalz, S. 149f.; Beuleke: Steinwenden, S. 95-98.

[16] Heß: Französische Expansionskriege, S. 146-149 (Zitat 1, S. 147)  Raumer: Zerstörung der Pfalz, S. 38f., 52-79 u. 113-166; Schaab: Geschichte der Kurpfalz. Bd. 2, S. 149-152;  Zitat 2 bei Vetter: Heidelbergs zweite Zerstörung, S. 135; Zitat 3 bei Walter: Mannheim. Bd. 1, S. 337; Hartwich: Besetzung der Pfalz, S. 1418f.; Kuntz: Haßloch, S. 170; Engel: Rockenhausen, S. 58.

[17] Martin: Mélac, S. 303-324; Drouyn: Notes de Mélac, S. 373 ; Raumer: Zerstörung der Pfalz, S. 71f.; Walter: Mannheim. Bd. 1, S. 338f.; Vetter: Heidelbergs zweiter Zerstörung, S. 69-96, 113-126.

[18] Kohnle: Kurpfalz, S. 155; Rödel: Pfälzischer Krieg, S. 194-196; Schaab: Geschichte der Kurpfalz. Bd. 2, S. 153f.

[19] Kohnle: Kurpfalz, S. 162; zur Belagerung Landaus ausführlich: Martin: Mélac, S. 308-322; Schaab: Geschichte der Kurpfalz. Bd. 2, S. 166-168.

[20] Ebd., S. 154-158; Erbe: Frühe Neuzeit, S. 311; Collofong/Fell: 1000 Jahre Lambrecht, S. 11 u. 203, Zitat S. 204; Ammerich: Landesherr und Landesverwaltung, S. 96-98.

 

Literatur:

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Derselbe: Landesherr und Landesverwaltung – Beiträge zur Regierung von Pfalz-Zweibrücken am Ende des Alten Reiches, (Veröffentlichungen der Kommission für Saarländische Landesgeschichte und Volksforschung; 11), Saarbrücken 1981. (Ammerich: Landesherr und Landesverwaltung)

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Schindling, Anton: Die reformierten Kurfürsten aus der Linie Pfalz-Simmern und das Heilige Römische Reich (1559 bis 1658), in: Kreutz/Kühlmann u.a. (Hg.): Die Wittelsbacher und die Kurpfalz in der Neuzeit, Regensburg 2013, S. 13-44. – (Schindling: Reformierte Kurfürsten)

Spieß, Pirmin: Kleine Geschichte der Stadt Neustadt an der Weinstraße, (Regionalgeschichte – fundiert und kompakt), 1. Aufl., Leinfelden-Echterdingen 2009. (Spieß: Kleine Geschichte Neustadt)

Übel, Rolf: Wegen vielgeübter Zauberei und Hexenwerk Hexenverfolgungen im Süden der Pfalz und im Nord-Elsass, Landau 2003. (Übel: Zauberei und Hexenwerk)

Vetter, Roland: „Die ganze Stadt ist abgebrannt“ – Heidelbergs zweite Zerstörung im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1693, 3. völlig neu bearb. Aufl. v. „Heidelberg deleta“, Leinfelden-Echterdingen 2009. (Vetter: Heidelbergs zweite Zerstörung)

Walter, Friedrich: Mannheim in Vergangenheit und Gegenwart. Bd. 1: Geschichte Mannheims von den ersten Anfängen bis zum Übergang an Baden (1802), Mannheim 1907. – (Walter: Mannheim. Bd. 1)